Von der Sohlbank zur plattierten Fensterbank

In den letzten Jahrhunderten hat sich das Steinmetzhandwerk sehr stark verändert. Es sind gerade durch Industrialisierung und Warenverkehr viele neue Einsatzgebiete und Natursteinarten auf den Markt gekommen. Durch diese neuen Möglichkeiten haben sich verschiedene Änderungen für die Arbeiten der Steinmetzen ergeben.



Ein Teilstück der Fassade der Gesamtschule Duisburg-Ruhrort.

Hier wurde u.a. die Sohlbank und das Stadtwappen aus dem vollen Stein geschaffen.
Die größte Veränderung ist sicherlich darin zu sehen, dass bei den heutigen Arbeiten die Massivarbeiten, Ausnahme bildet der Grabmalbereich, fast gänzlich verschwunden sind. Hier sind z.B. aus Sohlbänken und Blockstufen, die früher handwerklich aus dem Block geschlagen wurden, Arbeiten geworden, die sich aus einzelnen Platten zusammensetzen. Weiterhin haben sich durch die neuen Produktionstechniken auch die Oberflächen des verbauten Natursteins geändert, so dass handwerkliche Arbeitsspuren zu Gunsten der Politur gewichen sind.
Diese Änderungen in der Arbeitsweise und in der Gestaltungsgeschichte mit Naturstein sind nicht zwingend aus einem negativen Blickwinkel zu sehen. Vielmehr sollte man diese Umgestaltungen als Chance sehen, einen natürlichen Baustoff in neuem Gewand zu präsentieren und gerade durch diese neuen Techniken ist es möglich schneller und Material sparender zu produzieren, so dass sich Jeder Naturstein leisten kann.


Wohnhaus in Essen-Steele.

Sowohl die Wandverkleidung als auch der „Briefkasten“ wurden aus verschiedenen einzelnen spaltrauen Platten zusammen geklebt.